Capri · Golfinseln
I Faraglioni
Drei legendäre Felsen, die seit Jahrhunderten Dichter und Reisende verzaubern.
Das Symbol von Capri
Die Faraglioni sind drei großartige Felsformationen, die vor Marina Piccola aus dem Meer aufragen. Sie sind das bekannteste Symbol von Capri, in unzähligen Filmen, Fotografien und Gemälden zu sehen. Jeder Felsen hat einen Namen: Faraglione Grande (der größte), Faraglione di Mezzo (der ikonischste, mit einem natürlichen Unterwasserbogen) und Faraglione Scopolo.
Die Legende besagt, diese Felsen seien die Überreste einer alten Burg, doch die geologische Wahrheit ist ebenso faszinierend: Es sind Überreste alter Vulkanausbrüche, die im Laufe von Millionen Jahren durch Meer und Wind geformt wurden. Den schönsten Blick genießt man auch von der Terrasse von Anacapri.
Drei Felsen, drei Persönlichkeiten
Die Ausmaße der Faraglioni sind aus der Nähe beeindruckend: Der Faraglione di Terra (noch mit der Küste verbunden) ragt 109 Meter auf. Der Faraglione di Mezzo, 82 Meter hoch, ist derjenige mit dem berühmten natürlichen Bogen von etwa 40 Metern, durch den Boote fahren. Der Faraglione di Fuori (oder Scopolo), der am weitesten vom Ufer entfernte, erreicht 104 Meter. Zusammen erstrecken sie sich über etwa 300 Meter auf dem Meer.
Die Bogentradition: Wenn man mit dem Boot durch den Bogen des Faraglione di Mezzo fährt, sollen sich Paare küssen, um Glück zu bringen. Jede Bootstour um die Insel schließt dieses Ritual ein, begleitet vom Applaus der Passagiere.
Wie man sie am besten sieht
Von Marina Piccola
Der klassische Blick
Das meistfotografierte und dramatischste Panorama. Ideal beim Sonnenuntergang.
Bootsrundfahrt um die Insel
Das vollständige Erlebnis
Rund um die Faraglioni fahren, um den Unterwasserbogen zu sehen. Schnorcheln möglich.
Von Punta Tragara
Der Panoramablick
Von diesem Vorgebirge sieht man die Faraglioni aus einem anderen, eindrucksvollen Winkel.
Nächtliche Beleuchtung
Ein seltenes Erlebnis
Im Sommer nachts beleuchtet mit magischer Atmosphäre. Blick von Marina Piccola.
Geschichten und Kuriositäten
Der Bogen des Faraglione di Mezzo: Der natürliche Unterwasserbogen ist etwa 40 Meter lang und eine der Hauptattraktionen. Zwischen Legende und Wirklichkeit nutzten die alten Römer diese Formation als Navigationspunkt.
Die Faraglioni im Kino: Sie erschienen in Dutzenden von Hollywood- und italienischen Filmen, darunter „La Dolce Vita" und „Only You". Sie sind das repräsentativste Touristensymbol Italiens weltweit.
Die endemische Bevölkerung: Auf den Faraglioni lebt eine endemische Eidechse, die blaue Eidechse von Capri, die ausschließlich auf diesen Felsen vorkommt und durch internationale Gesetze geschützt ist.
Die Blaue Eidechse von Capri
Auf dem Faraglione di Fuori (Scopolo) lebt eine der seltensten Reptilienarten Europas: die Podarcis sicula coerulea, die blaue Eidechse von Capri. Ihre intensive blaue Farbe – so anders als die gewöhnliche grün-braune Eidechse – hat sich durch Isolation entwickelt. Ohne Landraubtiere auf dem isolierten Felsen war Tarnung durch Vegetation nicht mehr notwendig; die blaue Färbung setzte sich wahrscheinlich durch sexuelle Selektion durch. Sie ist durch das italienische Recht geschützt und kann nur von Booten aus beobachtet werden, die sich dem Faraglione di Fuori nähern.
Der britische Schriftsteller Norman Douglas, der lange auf Capri lebte, widmete den Faraglioni unvergessliche Seiten in seinem „Siren Land" (1911) und beschrieb sie als „drei Steinfinger, die zum Himmel zeigen". Homer selbst soll sich nach Meinung einiger Gelehrter von den Faraglioni für die Felsen inspiriert haben lassen, die der Kyklop Polyphem gegen Odysseus' Schiff warf.
Meeresleben und Tauchen
An den Füßen der Faraglioni öffnen sich Unterwasserhöhlen, die nur erfahrenen Tauchern zugänglich sind. Die Sichtweite erreicht oft 30 Meter, mit einem Meeresgrund reich an Zackenbarschen, Barrakudas, Muränen und Gorgonankorallen. Die Tauchzentren Capris organisieren geführte Tauchgänge in dieser Zone. Für Schnorchelliebhaber bietet Marina Piccola gute Sichtbarkeit in der Nähe der Oberflächenfelsen.
Die Meeresströmungen zwischen den drei Felsen ziehen große Mengen Plankton an, das wiederum große Fische anzieht. Es ist nicht selten, Delfine in den Gewässern rund um die Faraglioni zu sichten, besonders bei Sonnenauf- oder -untergang.
109
m Faraglione di Terra
40
m Bogen di Mezzo
30+
m Unterwassersicht
300
m Gesamtausdehnung
Tipps der Einheimischen
- Für das beste Fotolicht zu Marina Piccola zwischen 16:00 und 18:00 Uhr gehen: Die Faraglioni leuchten golden im Nachmittagslicht.
- Die Bootsrundfahrt direkt früh morgens an Marina Grande buchen und so die Agenturen im Zentrum mit ihren Provisionen umgehen.
- Der Weg nach Punta Tragara ist kostenlos und panoramisch: 20 Minuten zu Fuß vom Zentrum Capris, null Touristen im Vergleich zur Piazzetta.
- Bei der Bootsrundfahrt ausdrücklich darum bitten, unter dem Bogen des Faraglione di Mezzo hindurchzufahren: nicht alle Touren schließen das automatisch ein.
- Um die blaue Eidechse zu sehen, sich morgens langsam per Boot dem Faraglione di Fuori nähern, wenn sich die Eidechsen auf den Felsen sonnen.