Der Glamour der Amalfiküste
Die Spiaggia Grande di Positano, lokal auch Marina Grande genannt, ist das Zentrum des gesellschaftlichen Lebens an der Küste. Mit der vertikal aufstrebenden Stadt im Rücken – pastellfarbene Häuser, die sich bis zur Kirche Santa Maria Assunta hinaufklimmen – bietet sie eine einzigartige Kulisse. 2026 erfordern die Beach-Clubs in der Hochsaison Buchungen Wochen im Voraus.
Es ist der Ausgangspunkt für alle Taxiboote zu den abgelegenen Buchten der Küste. Wer den perfekten Mix aus Komfort, Cocktails und exklusiver Atmosphäre sucht, ist hier genau richtig. Der freie Strandbereich weiter östlich ist kostenlos, füllt sich aber nach 9 Uhr schnell.
Preise 2026
Eine Liege + Sonnenschirm in den Beach-Clubs der Spiaggia Grande kostet im Durchschnitt 35–60 € pro Person. Die Strandrestaurants an der Uferpromenade (La Buca di Bacco, La Scalinatella) bieten Sonnenschirmservice inklusive Mittagessen an.
Das Parken im Zentrum von Positano wird nicht empfohlen: Per Fähre von Amalfi oder Sorrent anreisen oder mit dem SITA-Bus und an der Haltestelle Sponda aussteigen.
Vom römischen Hafen zum internationalen Jetset
Der Name Positano leitet sich wahrscheinlich von Poseidon, dem griechischen Meeresgott, ab oder stammt von der Benediktinerabtei San Vito, die im Mittelalter die Küste beherrschte. In römischer Zeit war der Ort bereits ein kleiner aktiver Hafen; der Torre Trasita, der noch über dem Strand sichtbar ist, wurde im 16. Jahrhundert zum Schutz der Bevölkerung vor häufigen Piratenüberfällen erbaut.
Die farbigen Häuser, die wie eine Kaskade zum Meer hinunterzufallen scheinen, waren ursprünglich Fischerunterkünfte. Der Wendepunkt kam 1953, als John Steinbeck einen Artikel über Positano für Harper's Bazaar schrieb, dessen Worte legendär wurden: "Positano bites deep. It is a dream place that isn't quite real when you are there and becomes beckoningly real after you have gone." Seitdem ist der Zustrom von Künstlern, Schriftstellern und Prominenten nie abgerissen.
In den 1960er und 1970er Jahren wurde Positano zum Pflichtreiseziel des internationalen Jetsets. Zeffirelli, Loren, die Kennedys und die Rolling Stones sind nur einige der Namen, die in dieser kleinen Vertikalstadt ihre Spuren hinterlassen haben.
Die Majolikakuppel und die Inseln der Sirenen
Blickt man vom Meer auf den Strand, fällt der Blick unweigerlich auf die gelb-grün-weiß glasierte Majolikakuppel der Kirche Santa Maria Assunta. Im 13. Jahrhundert erbaut, beherbergt sie die verehrte Ikone der Schwarzen Madonna – der Überlieferung nach ein Werk des Evangelisten Lukas. Die Kuppel gehört zu den meistfotografierten Italiens und bildet den perfekten visuellen Kontrapunkt zum Blau des Meeres.
Am Horizont, wenige Kilometer vom Ufer entfernt, ragen die Inseln Li Galli auf – auch als Sirenuse bekannt. Homer zufolge waren sie die Inseln der Sirenen, die Odysseus auf seiner Heimreise von Troja mit ihrem Gesang verführen wollten. In der Neuzeit wurden sie berühmt, da sie dem legendären russischen Tänzer Rudolf Nurejew gehörten, der sie 1988 kaufte und dort die letzten Jahre seines Lebens verbrachte. Heute lassen sie sich vom Wasser aus bei organisierten Bootstouren vom Hafen Positano besichtigen.
1953
Steinbeck-Artikel
XIII
Jh. – Kirche Assunta
3
Inseln Li Galli
€35
Liege (ab)
Der freie Strand und die historischen Lokale
Die Spiaggia Grande ist in klar unterschiedliche Bereiche aufgeteilt. Der freie Strand befindet sich im östlichen Teil (rechts, wenn man zum Meer schaut): keine Liegen, kein Service, aber kostenlos. Die Mittel- und Westbereiche werden von privaten Beach-Clubs bewirtschaftet, von denen einige erhöhte Terrassen mit privilegiertem Blick haben.
Das Restaurant Da Adolfo ist ein eigenes Kapitel: Es ist nur per Boot von der Spiaggia Grande erreichbar (das Motorboot legt am Steg ab und bringt Kunden kostenlos zurück) und liegt in einer kleinen Bucht nördlich davon. Mit seinen Tischen direkt am Wasser und der einfachen, perfekten Fischspeisekarte gilt es vielen als das authentischste Mittagessen auf dem Wasser der gesamten Küste.
Tipps der Einheimischen
- Im Mai oder September kommen: Das Meer ist bereits warm, die Beach-Clubs haben Platz und die Preise sind vernünftiger.
- Per Fähre von Amalfi oder Sorrent anreisen: die Ankunft am Strand vom Meer aus, mit der Stadt im Rücken, ist der schönste Moment des Tages.
- Für den freien Strand in Juli und August vor 9 Uhr ankommen: Er füllt sich schnell.
- Da Adolfo mindestens einige Tage im Voraus reservieren: Das Motorboot legt am Steg der Spiaggia Grande ab und bringt die Gäste kostenlos zurück.
- Für die schönsten Fotos der Kuppel: frühmorgens am Fähranleger positionieren, wenn das Streiflicht perfekt ist.
Anreise
Per Boot ⭐ Empfohlen
Direkter Anleger an der Spiaggia Grande. Panorama vom Wasser aus genießen.
SITA-Bus
Haltestelle Sponda
Steile Treppe bis zum Strand (ca. 10 Min. zu Fuß).
Privates Taxiboot
Von Praiano, Amalfi oder Capri
Flexible Lösung für kleine Gruppen; Preis vorab vereinbaren.
Auto / Roller
Parkplatz Fornillo oder privat
Sehr begrenzt und teuer. In der Hochsaison nicht empfohlen.