Procida · Golfinseln
Cala del Pozzo Vecchio
Der durch Massimo Troisi unsterblich gewordene Strand.
Kino wird zum Strand
Der durch Massimo Troisi in Il Postino (1994) unsterblich gemachte Strand. Ein Halbmond aus schwarzem Vulkansand und smaragdgrünem Wasser, der direkt aus dem Film zu stammen scheint. Sobald man ankommt, versteht man sofort, warum Troisi und Regisseur Michael Radford ihn als Hauptschauplatz gewählt haben.
Das ist das authentischste und am wenigsten touristisch erschlossene Gesicht der kampanischen Inseln. Procida hat den Massentourismus von Capri oder Ischia nie erlebt, und dieser Strand bewahrt diese Seele: wenige Besucher, viel Poesie, makellos sauberes Wasser. Perfekt für totale Entspannung und alle, die cinematografische Atmosphären lieben.
Il Postino (1994)
Michael Radfords Film mit Massimo Troisi und Philippe Noiret gewann den Oscar für den besten fremdsprachigen Film. Dieser Strand ist das Herzstück des Films. Viele Besucher kommen hierher, um die ikonischen Szenen nachzuerleben – der Briefträger, der am Ufer entlanggeht, die Poesie des Meeres.
«Il mondo è bello e tu sei un po' curioso» – Il Postino, 1994
Die Geschichte hinter dem Film
Massimo Troisi spielte Mario Ruoppolo, den Briefträger der Insel, der sich mit dem im Exil lebenden chilenischen Dichter Pablo Neruda (Philippe Noiret) anfreundet. Der Film wurde 1994 an diesem Strand und in den Gässchen von Procida gedreht. Die wahre Tragödie besteht darin, dass Troisi an einer schweren Herzerkrankung litt und die Operation verschob, um die Dreharbeiten abzuschließen. Er starb nur 12 Stunden nach dem Ende der Dreharbeiten, am 4. Juni 1994, im Alter von nur 41 Jahren.
Il Postino war für 5 Oscars nominiert und gewann den für die beste Filmmusik (Luis Bacalov). Es war der fremdsprachige Film mit den meisten Oscar-Nominierungen in der Geschichte bis dahin. Das Erbe von Troisi und diesem Strand lebt bis heute.
Il Pozzo Vecchio und die Geologie der Insel
Der Name der Bucht leitet sich von einem alten Brunnen ab – dem Pozzo Vecchio (alten Brunnen) –, der sich einst in der Nähe befand und Fischern und Bauern als Süßwasserquelle diente. Der Brunnen ist nicht mehr sichtbar, aber sein Name blieb über Jahrhunderte erhalten. Der schwarze Sand ist neapolitanischer Gelbtufo: vulkanisches Gestein der Phlegräischen Felder, das das Meer zu dunklen, schweren Körnern erodiert hat. Die Klippen, die die Bucht säumen, zeigen deutlich die Schichten pyroklastischer Ablagerungen aus alten Vulkanausbrüchen.
Procida ist die kleinste der Phlegräischen Inseln (nur 4 km²). Vom Strand aus sieht man oben die Silhouette der Terra Murata, der mittelalterlichen Zitadelle mit der Abtei San Michele Arcangelo. Jahrhundertelang schützte jene Festung die Procidaner vor Überfällen der Sarazenen-Piraten.
Die Fischertradition
Procida hat die stärkste Fischertradition aller Inseln im Golf. Die Procidaner Fischer verwenden noch traditionelle Methoden, und jedes Jahr feiert das Fest der Graziella diese Meeresidentität. Die literarische Figur der Graziella, von Alphonse de Lamartine 1852 geschaffen, war eine junge Fischerin aus Procida. Lokaler Fisch – Venusmuscheln, Tintenfische, Kalmars – gehört zum frischesten im Golf von Neapel.
4
km² Procida
5
Oscar-Nominierungen
12 Std.
nach den Dreharbeiten
1994
Jahr des Films
Tipps der Einheimischen
- Das Tragflügelboot ab Pozzuoli statt Neapel nehmen: günstiger und fast gleich schnell.
- Den Strand früh morgens besuchen, um die stille, poetische Atmosphäre des Films zu erleben.
- Nach dem Strand zu Fuß zur Terra Murata hinaufsteigen: Der Blick über den Golf belohnt den Aufstieg vollkommen.
- Wasserschuhe mitbringen: Der schwarze Vulkansand heizt sich unter der Augustsonne stärker auf als normaler Sand.
- Zum Mittagessen Trattorien im alten Dorf aufsuchen: günstiger und authentischer als die am Ufer.
Anreise
Bus Linie C1
Vom Hafen Procidas
Haltestelle Pozzo Vecchio. Dann 10 Min. zu Fuß bergab zum Strand.
Zu Fuß
Vom Zentrum Procidas
20–25 Minuten. Malerisch und angenehm durch die Gassen der Insel.
Fähre ab Neapel
Molo Beverello oder Pozzuoli
35–80 Min. je nach Verkehrsmittel. Tragflügelboot schneller, Fähre günstiger.
Roller-Verleih
Ab dem Hafen
Praktisch, um die ganze Insel zu erkunden. Parkplatz in der Nähe der Bucht.