Cala di Mitigliano - weißer Kieselstrand mit Blick auf die Faraglioni di Capri, Massa Lubrense

Massa Lubrense · Capri-Blick · Wilder Strand

Cala di Mitigliano

Der geheime Strand mit den Faraglioni di Capri direkt gegenüber.

Ein Verborgenes Juwel

Die Cala di Mitigliano ist ein verborgenes Juwel der Sorrentiner Halbinsel. Wegen des anspruchsvollen Zugangswegs – etwa 300 in den Fels gehauene Stufen – kaum besucht, bietet sie einen atemberaubenden direkten Blick auf Capri und seine Faraglioni. Wahrscheinlich der schönste Capri-Blick vom Festland.

Das Wasser ist kristallklar mit Felsgrund, ideal zum Schnorcheln. Die natürliche Höhle am Strand bietet Schutz vor der Sonne in den heißesten Stunden. Beim Sonnenuntergang verwandelt das Streiflicht die Faraglioni in Gold: Kamera mitbringen, denn dies ist das Capri-Foto, das Touristen nicht machen – man braucht etwas Ausdauer, um hierher zu gelangen.

Keine Bars, keine Sonnenschirme, keine Musik. Nur weißer Kiesel, das Rauschen der Wellen und die Insel Capri so nah, dass sie zum Greifen scheint. Der perfekte Ort für alle, die die Küste suchen, bevor die Massen kamen.

Wusstest du?

300

Stufen zur Bucht

5 km

Luftlinie nach Capri

120 m

Höhenunterschied vom Parkplatz

Die Ursprünge: Zwischen Mönchen und Fischern

Der Name „Mitigliano" leitet sich wahrscheinlich vom lateinischen Mytilus (Miesmuschel) ab, was auf den Reichtum an Muscheln auf den Felsen der Bucht hinweist. Jahrhundertelang war dieser Strand nur den Fischern von Massa Lubrense bekannt, die ihn als natürlichen, windgeschützten Ankerplatz nutzten.

Das Gebiet um die Bucht gehörte den Benediktinermönchen des Klosters San Pietro, die die Olivenhaine auf den Terrassen anbauten, die noch heute entlang des Pfades sichtbar sind. Die Trockenmauern, denen man beim Abstieg begegnet – manche davon Jahrhunderte alt – sind ihr Werk.

Die Wachttürme

Auf dem Kliff über der Bucht befinden sich die Überreste eines Wachturms aus dem 16. Jahrhundert, Teil des Küstenverteidigungssystems der spanischen Vizekönige gegen sarazenische Piratenüberfälle. Von diesem Turm aus kommunizierten die Wachposten durch Feuer und Signale mit den benachbarten Türmen von Ieranto und Punta Campanella. Die Turmreste sind kurz vor dem letzten Abstiegsstück vom Pfad aus sichtbar.

Die Natürliche Höhle

Auf der linken Seite des Strands öffnet sich eine natürliche Höhle aus Kalkstein, etwa 4–5 Meter hoch und etwa zehn Meter tief. Sie ist der wertvollste natürliche Unterschlupf der Bucht: In den Mittagsstunden, wenn die Sonne senkrecht auf den Kiesel brennt, bietet die Höhle kühlen Schatten und eine einzigartige Perspektive auf die Bucht.

Im Inneren der Höhle ist der Meeresgrund besonders reich: Der Fels schafft Spalten, in denen sich Tintenfische, Muränen und kleine Krebstiere verstecken. Mit Schnorchelmaske und Schnorchel kann man die versunkenen Höhlenwände erkunden, wo das Licht türkisblaue Reflexe erzeugt.

Schnorcheln: Ein Natürliches Aquarium

Das Wasser der Cala di Mitigliano zählt zu den klarsten der Sorrentiner Halbinsel. Die Nähe zum Meeresschutzgebiet Punta Campanella und der schwierige Zugang halten Motorboote fern und lassen das Meer in fast unberührtem Zustand.

Felszone (0–3 m)

Goldbrassen, blaue Castagnole, Lippfische, Schleimfische. Entlang der Felswände an der Wasseroberfläche sieht man Seeigel, Anemonen und kleine Seeanemonen. Ideal für Anfänger.

Sandiger Grund (3–6 m)

Meerbarben, Schollen, Seesterne und Posidonia oceanica. In den Posidonia-Wiesen verstecken sich Seepferdchen, Pfeifenfische und bunte Nacktschnecken.

Die versunkene Höhle

Tintenfische, Muränen, rote Garnelen und kleine Zackenbarsche. Das Licht, das durch den Höhleneingang fällt, erzeugt einen blau-türkisen Effekt auf den versunkenen Wänden.

Offenes Wasser

Schwärme von Salpen, Goldbrassen und Bogen passieren regelmäßig die Bucht. Mit Glück sieht man mediterrane Barrakudas und kleine Zahnbrassen in den frühen Morgenstunden.

Der Pfad der 300 Stufen

1

Start in Termini (0–5 Min.)

Start vom Dorfplatz in Termini (Ortsteil von Massa Lubrense). Der Pfad beginnt neben einer Votivkapelle. Die ersten Minuten führen leicht bergab auf einem gepflasterten Saumpfad zwischen Trockenmauern und Olivenhainen.

2

Die Olivenhaine und der Turm (5–15 Min.)

Der Pfad führt durch jahrhundertealte Olivenhaine auf den Benediktiner-Terrassen. Auf halbem Weg sieht man die Überreste des Sarazenturms und die ersten Ausblicke auf die Bucht und Capri. Die Luft duftet nach wildem Rosmarin und Myrte.

3

Der finale Abstieg (15–30 Min.)

Das letzte Stück ist das steilste: Unregelmäßige Steinstufen steigen durch die Macchia mediterranea hinab. Die Faraglioni erscheinen in ganzer Pracht direkt gegenüber. Die Ankunft am weißen Kieselstrand belohnt jeden Schweißtropfen.

Der Aufstieg dauert 35–45 Minuten. Die heißesten Stunden (12–15 Uhr) für den Aufstieg meiden.

Anreise

Wanderweg zu Fuß · Empfohlen

Ab Termini, Massa Lubrense

~300 Stufen, 20–30 Min. bergab. Geschlossene Schuhe Pflicht. Begrenzter Parkplatz in Termini (im Sommer früh ankommen).

Wassertaxi

Von Marina del Cantone oder Sorrent

Die komfortabelste Option. Wassertaxi von Marina del Cantone (~10 Min., 40–60 €). Von Sorrent ~30 Min. Bootstour mit Halt an der Bucht buchen.

Bus + Wanderweg

Von Sorrent nach Termini

SITA-Bus von Sorrent nach Massa Lubrense, dann Lokalbus nach Termini. Ca. 40 Min. gesamt + Wanderweg. Fahrzeiten prüfen.

Kajak

Von Marina del Cantone

Kajak-Verleih von Marina del Cantone (~15 Min. paddeln). Der Meeresansatz erlaubt es, die Klippen und die Höhle vom Wasser aus zu bewundern.

Der Schönste Blick auf Capri

Vom Strand aus hat man einen direkten und nahen Blick auf alle drei Faraglioni di Capri, nur 5 km Luftlinie entfernt. Beim Sonnenuntergang (ab ca. 17:30 Uhr) verwandelt das Streiflicht sie in reines Gold vor dem rosafarbenen Himmel.

Das ist das Capri-Foto, das Touristen nicht machen – weil man etwas Ausdauer braucht, um hierher zu gelangen. Der beste Fotostandpunkt ist von der rechten Seite des Strands, wo sich alle drei Faraglioni perfekt ausrichten.

4 Tipps der Einheimischen

1. Wasserschuhe mitbringen

Die Kiesel sind groß und unregelmäßig. Ins Wasser ein- und austreten ohne Wasserschuhe ist schmerzhaft. Im Rucksack zusammen mit Schnorchelmaske und Schnorchel mitführen – das Schnorcheln hier ist außergewöhnlich.

2. Zum Sonnenuntergang kommen, nicht gehen

Der magischste Moment ist von 17:00 bis 19:00 Uhr, wenn die Sonne die Faraglioni in goldenem Licht erstrahlen lässt und die Bucht in natürlichen Schatten taucht. Nachmittags ankommen, das Bad genießen und für das Spektakel bleiben.

3. In der Höhle Zuflucht suchen

In den Mittagsstunden (12–15 Uhr) brennt die Sonne senkrecht auf den Kiesel und es wird sehr heiß. Die natürliche Höhle links ist der Unterschlupf: kühler Schatten und ein perfekter Aussichtspunkt auf die Bucht.

4. Mit Ieranto für einen epischen Tag kombinieren

Wer starke Beine hat: morgens nach Ieranto von Nerano hinabsteigen, aufsteigen, Mittagessen mit Spaghetti alla Nerano, dann nachmittags von Termini nach Mitigliano. Zwei geheime Strände an einem Tag.

Häufig Gestellte Fragen

Wie kommt man zur Cala di Mitigliano?
Von Termini (Ortsteil von Massa Lubrense) folgt man dem markierten Pfad nach Mitigliano. Man steigt ca. 300 Stufen durch die Macchia mediterranea hinab, mit einem Höhenunterschied von etwa 120 Metern. Der Abstieg dauert 20–30 Minuten, der Aufstieg 35–45 Minuten. Alternativ ist die Anfahrt per Wassertaxi von Marina del Cantone oder Sorrent möglich. Geschlossene Schuhe sind für den Pfad Pflicht.
Warum ist der Blick auf die Faraglioni so besonders?
Cala di Mitigliano bietet den nächsten direkten Blick auf die Faraglioni di Capri vom Festland. Die Bucht liegt an der äußersten Spitze der Sorrentiner Halbinsel, nur 5 km Luftlinie von Capri entfernt. Beim Sonnenuntergang verwandelt das Streiflicht die Faraglioni in Gold: Es ist der spektakulärste Fotospot der gesamten Halbinsel.
Gibt es Schatten am Strand?
Die natürliche Höhle auf der linken Seite des Strands bietet den ganzen Tag Schutz vor der Sonne. Die Klippen schaffen ab ca. 17:00 Uhr natürlichen Schatten. Es gibt keine Sonnenschirme zum Ausleihen: Ein Tuch als Sonnenschutz mitbringen, wenn man in den Mittagsstunden ankommt.
Ist der Pfad gefährlich?
Der Pfad ist technisch nicht gefährlich, aber steil und stellenweise rutschig, besonders nach Regen. Die 300 Stufen sind unregelmäßig und aus Naturstein. Wanderschuhe oder geschlossene Schuhe mit griffiger Sohle sind Pflicht. Nicht empfehlenswert für Kleinkinder oder Personen mit Knieproblemen. Der Aufstieg ist anstrengend.
Was sollte man zur Cala di Mitigliano mitbringen?
Es gibt keinerlei Einrichtungen. Mitbringen: Wasser (mindestens 2 Liter pro Person), Essen, Sonnencreme, Hut, geschlossene Schuhe für den Pfad, Wasserschuhe für das Wasser, Schnorchelmaske und Schnorchel, Handtuch und Mülltüte. Ein kleiner Sonnenschutz kann in den Mittagsstunden nützlich sein.